Hier ist Know-how gefragt
05.12.2016 Ausgabe: 8/16

Der Beruf des Energieberaters ist nicht geschützt. Wann also hält umfassende Energieberatung, was man sich von ihr verspricht?

Wer als Unternehmen, Stadt, Kommune oder auch Privatperson eine Energieberatung in Erwägung zieht und dabei staatliche Förderung oder günstige Kredite in Anspruch nehmen möchte, tut gut daran, sich bei der Auswahl des Energieberaters im Vorfeld genau zu informieren. Leider tummeln sich auf diesem Gebiet viele schwarze Schafe, da der Begriff „Energieberater“ als Berufsbezeichnung nicht geschützt ist: Prinzipiell kann sich also jeder so nennen, der verschiedene Stromanbieter vergleicht oder eine Glühlampe durch LED-Leuchten ersetzt. Das hat mit einem professionellen Energie­konzept aber überhaupt nichts zu tun, denn hier ist viel Know-how und spezielle Fachkompetenz gefordert.

Exakte und qualifizierte Analyse als Basis

Professionelle Dienstleister erstellen zunächst immer ein kostenloses und unverbindliches Angebot. Außerdem analysieren und beantragen sie die individuellen Fördermöglichkeiten einer Energieberatung bereits im Vorfeld. Kunden wissen so bereits vor dem Start eines Sanierungsprojekts, welche Kosten entstehen, und erleben keine bösen finanziellen Überraschungen im Nachhinein. Nur wenigen ist bewusst, dass in den meisten Fällen schon die Kosten für die Erstellung eines umfassenden Energiekonzepts zu 80 Prozent gefördert werden können. Diese Förderung kann aber nur dann beantragt und in Anspruch genommen werden, wenn das Energiekonzept von einem zertifizierten Energieberater erarbeitet wurde.

Senkung der Energiekosten im Fokus

Eine seriöse Energieberatung beinhaltet eine Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen und Tätigkeiten, um sowohl in Unternehmen als auch Privathaushalten Energiekosten effektiv zu senken. In Zeiten ständig steigender Energiepreise und mit den geforderten Maßnahmen zur Senkung des CO2-Ausstoßes rücken energieeffiziente Gebäude immer mehr in den Vordergrund. Im Vergleich zu unsanierten Gebäuden lassen sich bis zu 80 Prozent Energiekosten sparen – und zwar sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich. Auch die Aspekte Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Ressourcen- und Klimaschonung spielen bei der Entscheidungsfindung immer häufiger eine wichtige Rolle. Welche Maßnahmen und einzelnen Schritte zum Tragen kommen, variiert von Projekt zu Projekt und hängt immer stark von den individuellen Gegebenheiten und Zielvorstellungen ab. So umfasst das Leistungsspektrum der Energieberatung viele verschiedene Bereiche. Beispielsweise zählt die Beratung zu möglichen Erneuerungen von Heizungs- und Lüftungsanlagen oder der Außendämmung von Wänden, Dächern und Fenstern genauso dazu wie die Aufdeckung von Einsparpotenzialen bei den Energiekosten in Gebäuden. Die Erstellung von Sanierungskonzepten, die Beantragung von Fördermitteln und die Analyse möglicher Steuererstattungen gehören ebenfalls dazu.

Moderne Messtechnik als Basis der Analyse

Am Anfang steht immer die genaue Analyse. Neben dem ausführlichen persönlichen Gespräch mit dem Kunden, der Vor-Ort-Begehung und der Erhebung unterschiedlicher Daten bildet die messtechnische Untersuchung den wichtigsten Teil, um den exakten Ist-Zustand zu ermitteln und damit Einsparpotenziale im Energiekonzept transparent zu machen. Oft trennt sich spätestens hier die Spreu vom Weizen der Energieberater, denn die Anschaffung der erforderlichen technischen Geräte bedeutet eine nicht unerhebliche Investition, ohne die eine exakte und qualifizierte Analyse, Planung und Konzeptionierung nicht möglich ist. Erfasst werden müssen Energieströme elektrischer oder thermischer Natur, z. B. durch Durchflussmessungen an Rohrleitungssystemen, Klimamessungen, Infrarotthermografie, Messungen der Beleuchtungsstärke und Ultraschall-Druckluftleckage-Messungen. Die gewonnenen Daten fasst der Energieberater dann in einem Energieflussdiagramm zusammen, um Schwachstellen aufzuspüren und auf Basis der Messungen ein individuell auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittenes Energiekonzept erarbeiten, das sämtliche Ist-Werte und natürlich entsprechende Vorschläge für Maßnahmen enthält, die eine Energieeffizienzsteigerung und Kosteneinsparung erzielen.

Im Rahmen der staatlich geförderten Energieberatung beinhaltet das Leistungsspektrum der Energieberatung die umfassende Bestandsanalyse der Immobilie, die Beantragung von Fördermitteln, die Ausstellung eines Energiepasses, die umfassende Beratung zu den jeweiligen Sanierungsvorschlägen sowie der dazu passenden Förderprogramme, die Planung und Koordinierung der Sanierungsmaßnahmen und letztlich die Begleitung während des Umbaus bis zur Abnahme der Arbeiten.

Foto: © NicoElNino / Shutterstock.com


Schlagworte:
Qualifikation,Leistungsspektrum,Fachkompetenz

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