Kosten dämmen
05.12.2017 Ausgabe: 8/17

Eine lückenlose Wärmedämmung vom Dach bis zum Keller spart Energie und senkt die Heizkosten. Zudem gibt es für Eigentümer staatliche Zuschüsse.

Umfangreichere energetische Sanierungsmaßnahmen stellen zunächst eine Investition dar. Die gute Nachricht: Schon durch eine kleinere Investition in Einzelmaßnahmen, beispielsweise eine Dämmung des Daches, wird nach nur kurzer Zeit der Geldbeutel spürbar entlastet und der Wohnkomfort auf lange Sicht erheblich gesteigert.

Eine energetische Sanierung lohnt sich besonders dann, wenn ohnehin Maßnahmen im oder am Haus bzw. Bauteil anstehen. Das spart Zeit und Kosten. Daran anknüpfend empfiehlt sich die Erstellung eines individuellen, auf die Immobilie abgestimmten Sanierungsfahrplans, damit durch die Einzelmaßnahmen zukünftige Sanierungsschritte nicht behindert oder verteuert werden.

Nützliche Links

Weiterführende Informationen über Förder- und Beratungsangebote sowie zu energetisch sinnvollen Sanierungsmaßnahmen:

www.kfw.de

www.energie-effizienz-experten.de

www.bafa.de/DE/Energie/­Energieberatung

www.energie-fachberater.de/­beratung-foerdermittel/foerderung/foerdermittel

www.der-daemmstoff.de

www.daemmen-und-sanieren.de

Aktuelle KfW-Förderprogramme und Konditionen im Überblick


Nicht zuletzt können auch Fördergelder vom Staat privaten Hauseigentümern den entscheidenden Anstoß dazu geben, ihre Immobilie energetisch zu sanieren. Bei Sanierungsprojekten kann sowohl eine umfassende Sanierung zum Effizienzhaus gefördert werden als auch Einzelmaßnahmen wie das Dämmen von Wänden, Dachflächen, Geschoss- oder Kellerdecken.

Die KfW-Förderung und ihre Vorteile

Für Bauherren und Hauseigentümer, die den energetischen Standard ihrer Immobilie, etwa durch Dämmmaßnahmen, verbessern möchten, gibt es zahlreiche Förderprogramme des Bundes und der Länder. Ein bewährter Weg zu den Fördermitteln führt über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Als Förderbank des Bundes vergibt sie zum einen zinsgünstige Kredite, um energieeffizientes Bauen, Sanieren oder den Kauf einer energieeffizient gebauten Immobilie zu unterstützen. Ein solcher Kredit wird vor Beginn der Baumaßnahme oder vor dem Kauf über jene Bank beantragt, die auch die Gesamtfinanzierung des Projekts abwickelt. Je nach erreichtem energetischem Standard wird zusätzlich ein Tilgungszuschuss gewährt – der Kredit muss dann nicht vollständig zurückgezahlt werden.

Die zweite Förderoption ist ein Investitionszuschuss, der sich für Sanierungsmaßnahmen direkt bei der KfW beantragen lässt. Abhängig vom jeweiligen Sanierungsziel übernimmt die KfW hier zehn bis 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Wichtig ist dabei: Der Antrag auf Förderung muss vor Sanierungsbeginn gestellt werden.

Energiestandard bestimmt Höhe der Förderung

Wer für die komplette Haussanierung eine Förderung bei der KfW beantragen möchte, kommt am sog. „KfW-Effizienzhaus“ nicht vorbei. Dieser Begriff steht für Häuser mit einem sehr geringen Energiebedarf. Ein Effizienzhaus 100 bezeichnet zum Beispiel einen sanierten Altbau, der die Anforderungen der Energieeinsparverordnung 2014 (EnEV) an einen Neubau erfüllt. Ein mit Effizienzhaus 55 gekennzeichneter Standard unterschreitet die Vorgaben der EnEV sogar um 45 Prozent.
Wer seine Immobilie energetisch sanieren möchte, kann über das Förderprogramm 151 „Energieeffizient Sanieren – Kredit“ bis zu 100.000 Euro zu attraktiven Konditionen finanzieren und erhält, je nach erreichtem Effizienzstandard, zusätzlich bis zu 27,5 Prozent oder 27.000 Euro Tilgungszuschuss.

Wer bereits über die nötigen finanziellen Mittel für ein Sanierungsvorhaben verfügt, kann auch das Förderprogramm 430 „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“ nutzen. Statt eines Darlehens kann man hier einen Investitionszuschuss von bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten bzw. bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit beantragen.

Ohne Energieberatung keine KfW-Förderung

Vielfältige Bauteile, Produkte, Techniken, gesetzliche Vorgaben und Fördermöglichkeiten machen die Sanierung zu einem anspruchsvollen Bauvorhaben. Um darüber und im deutschen Förderdschungel den Überblick zu behalten, ist für Immobilienbesitzer sowohl eine Erstberatung durch die Verbraucherzentrale als auch das Einschalten eines Energiefachberaters zur Planung des Bauvorhabens zu empfehlen. Mit dem für Energieberater neu geschaffenen Instrument des gebäudeindividuellen Sanierungsfahrplans kann dieser neben baulichen auch finanzielle Möglichkeiten und Restriktionen von Gebäude und Eigentümer berücksichtigen, um Sanierungsmaßnahmen sinnvoll zu planen und sämtliche Fördermöglichkeiten auszuschöpfen.

Das Einschalten eines bei der dena gelisteten Energieberaters vor Beginn der Maßnahmen und Beantragung der Förderung ist übrigens ein Muss bei der KfW, ganz gleich, für welchen Förderweg man sich entscheidet! Nur wer sich einen Sachverständigen aus der Liste der Energieeffizienz-Experten des Bundes ins Boot holt, der das Sanierungskonzept erstellt und die erforderlichen Bestätigungen für die KfW ausstellt, erhält die beantragten Fördermittel. Optional kann der Energieberater auch das gesamte ­Sanierungsvorhaben betreuen.

Die Kosten dafür werden ebenfalls bezuschusst: Während die Erstberatung der Verbraucherzentralen mit dem Gebäudecheck vor Ort lediglich eine Kostenbeteiligung von 20 Euro bedeutet, werden die Kosten für den Energieberater durch das BAFA-Programm „Vor-Ort-Beratung“ mit bis zu 60 Prozent und maximal 800 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser gefördert.

In Verbindung mit den KfW-Förderprogrammen „Energieeffizient Sanieren – Kredit“ oder „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“ für Komplettsanierungen bekommen private Hauseigentümer für eine qualitätssichernde Baubegleitung dann sogar einen Zuschuss über die Hälfte der Kosten, maximal 4.000 Euro. Auch durch die Landesförderinstitute in Berlin, Thüringen, Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen wird die Baubegleitung finanziell unterstützt, sodass die Bundesländer neben dem Bund zusätzliche Anreize für energetische Sanierungsmaßnahmen schaffen.

Info Mineralwolle

Zugegeben, die Fassadendämmung ist in die Kritik geraten: der verheerende Brand in London, die Belastung von Umwelt und Gesundheit durch HBCD, nicht zuletzt auch teils schlechte bauphysikalische Ergebnisse und „entstellte“ Fassaden. Insgesamt rangierte die Fassadendämmung auf Platz 4 der energetischen Sanierungsmaßnahmen. Die Plätze 1 und 2 gingen an die Dämmung der Speicher- und Kellerdecken. Sinnvolle Dämmmaßnahmen sollten grundsätzlich als Teil eines Gesamtkonzeptes betrachtet werden, das auch die Gebäudetechnik umfasst. Sind sie aber das Mittel der Wahl, kommen durchaus unterschiedliche Dämmmaterialien in Betracht. Wer sich gegen Polystyrol entscheidet, kann auch auf Mineralwolle zurückgreifen. Diese etwas teureren Dämmstoffe aus Glas- oder Steinwolle sind verhältnismäßig umweltfreundlich und energieeffizient, nicht brennbar, bieten sommerlichen Wärmeschutz und wirken schalldämmend. Die deutschen Mineralwollehersteller haben 2016 zusätzlich zu dem seit 1999 existierenden RAL Gütezeichen die KEYMARK eingeführt. Sie stehen für die unabhängige Überprüfung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit und der ­Produktqualität.

Foto: © Roman023_photography / Shutterstock.com


Schlagworte:
Sanierung,Finanzierung,Förderprogramme

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