10 Tipps, wie Sie Ihr Unternehmen erfolgreich in ­die Zukunft führen.
29.11.2018 Ausgabe: 1/18

Darauf kommt es an in der Immobilienverwaltung von morgen.

1. Digitalisierung

Sie können das Wort schon nicht mehr hören? Sorry, aber es führt kein Weg daran vorbei. Wer heute an komplett analogen Vorgängen festhält, verschenkt Zeit, Geld und Marktchancen. Viele Prozesse lassen sich digital wesentlich schlanker und effizienter gestalten: weniger Aufwand für Routineaufgaben, mehr Zeit für die intensive Betreuung der Kunden und ihrer Objekte – aber auch, um vorhandene Potenziale zu entdecken und zu heben. Eine Vielzahl von PropTech-Lösungen ebnet den Weg zur Umsetzung neuer Geschäftsmodelle, z. B. durch zusätzliche Service-Angebote. Klar, die Digitalisierung kostet – vor allem auch Überwindung, sich auf neues ­Terrain zu begeben. Aber sie zahlt sich aus: Kundenfreundlichkeit, Service-­Orientierung und Zukunftsfähigkeit Ihres ­Unternehmens werden steigen. Nicht zuletzt weil es so auch für eine neue Generation von Fachpersonal, das mit der digitalen Welt bereits aufgewachsen ist, ­­attraktiv wird.

2. Arbeitsmodelle

Die Immobilienbranche boomt. Fachkräfte werden händeringend gesucht – willkommen im Arbeitnehmermarkt! Um gutes Personal zu gewinnen und auch im Unternehmen zu ­halten, muss man den insbesondere in der ­Immobilienverwaltung teils ­erforderlichen ­Spätdiensten etwas entgegensetzen: ­Flexible Arbeitszeiten und das Angebot von ­Home-Office-Tagen ­erweisen sich als zeitgemäß.


3. Kundenkommunikation

Wissen Ihre Kunden, was sie an Ihnen haben? Was Sie für Ihr Geld und die jeweilige Liegenschaft tun? Machen Sie Ihre oft „im ­Verborgenen“ ausgeführte Tätigkeit transparent, ­bringen Sie sie ans Licht! Die ­jährliche ­Eigentümerversammlung, ­bestenfalls auch ein halbjährlicher ­Zwischenbericht bieten Gelegenheit dazu. Wer ­Kunden regelmäßig über erbrachte ­Leistungen informiert, ­findet auch ­Anerkennung dafür – und wird ­häufiger ­wiederbestellt.

4. Bestandsprüfung

Es lohnt sich durchaus, Vergleiche anzustellen: Bei welchen verwalteten Gemeinschaften stehen Aufwand und Ertrag in einträglichem Verhältnis, wo läuft es so unrund, dass die Vergütung nicht einmal zum Schmerzensgeld gereicht? Es ist erlaubt, auch mal „nein“ zu sagen, wenn sich Gemeinschaften als unrentabel erweisen. Manchmal ist es sinnvoll und anzuraten, sich von ihnen zu trennen. Auch der Blick über den „Tellerrand“ ist empfehlenswert: Wie läuft‘s in anderen Unternehmen? Benchmark-Vergleiche dienen der kritischen Selbstbetrachtung und zeigen Optimierungspotenziale auf. Die Erfa-Gruppen im DDIV beschäftigen sich u. a. auch mit solchen Fragen.

5. Vergütungsstruktur

Was die Tätigkeit des WEG-Verwalters verpflichtend umfasst, steht in § 27 Wohnungseigentumsgesetz. Dass Verwalter darüber hinaus sehr viel mehr für ihre Kunden leisten, liegt auf der Hand – und sei es nur, weil neue Anforderungen auch neue Aufgaben mit sich bringen. Dem 6. DDIV-Branchenbarometer zufolge wird die WEG-Verwaltung mit durchschnittlich 20,21 Euro pro Einheit und Monat vergütet. Die Zweite Berechnungsverordnung für öffentlich geförderte Eigentumswohnungen sieht dafür einen Regelsatz von 28,36 Euro vor. Ist Ihre Vergütung vor diesem Hintergrund zeitgemäß? Prüfen Sie kritisch! „Qualität hat ihren Preis“, so DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler, der für eine Anhebung der Verwaltervergütung um ­mindestens 40 Prozent plädiert.


6. Selbstverständnis

Wo und wie sehen Sie Ihre Aufgabe als Immobilienverwalter: als ausführendes Organ, das für Kunden lästigen Papierkram erledigt, auf Zuruf Streitigkeiten schlichtet und für Ordnung sorgt? Falsch, ganz falsch! Immobilienverwaltungen managen treuhänderisch einen Großteil des Vermögens ihrer Kunden. Es geht darum, die richtigen Impulse zu geben, um Vermögenswerte sicher und zukunftsfähig zu entwickeln. Also positionieren Sie sich entsprechend und sichern Sie Ihrem Unternehmen so ­nachhaltig seinen Platz im Markt.

7. Auszeiten

Erfolgreiche Unternehmensführung braucht manchmal den neutralen Blick. Dazu muss man hin und wieder etwas Abstand gewinnen, denn die Routine im Tagesgeschäft kann betriebsblind machen. Tipp speziell für Führungskräfte: Ab und zu mal raus aus dem Hamsterrad und in Ruhe über ­zukünftige Perspektiven nachdenken!


8. Weiterbildung

Mit der neuen Berufszugangsregelung wird sie zur Pflicht, aber damit nicht genug: Nachweisliche Kompetenz, die gesetzlich bisher nicht gefordert ist, ist ein unschlagbares Qualitätskriterium und für die Zukunft vieler Immobilienverwaltungen entscheidend. Die Investition in die eigene und die Qualifikation des Personals zahlt sich aus. Das gilt für die Ausbildung im eigenen Betrieb ebenso wie für die Fortbildung im Sinne der ­Personalentwicklung. Fachkräfte sichern die Zukunft!

9. Informationskanäle

Internet und Online-Handel ­setzen neue Standards: Wer Fragen hat, ­erwartet umgehend Antwort. Um sich damit nicht immensem Druck ­auszusetzen, gilt es, die Kommunikation mit Kunden zu kanalisieren – über Online-Portale oder Apps, die automatisiert ­Anfragen an die Zuständigen ­weiterleiten, Informationen abrufbar machen und Kunden vermittlen, dass ihre Anliegen ernst genommen werden. Neue Kommunikationswege sind der Schlüssel zur Kunden­zufriedenheit – und sie ­entlasten die ­Verwaltung.


10. Kooperationen

Gemeinsam ist man stärker – das gilt auch beim Anbieten von Dienstleistungen in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen. Wer Kooperationen eingeht, kann sowohl seinen zeitlichen als auch finanziellen Aufwand bei der Entwicklung neuer Services und Prozesse reduzieren. Zudem eröffnet die heutige digitale Vernetzung viele weitere Möglichkeiten, das eigene Leistungsportfolio zu erweitern und für Kunden bedarfsgerecht zu gestalten – auch mit Unternehmen, die durch ihre räumliche Distanz nicht in Konkurrenz zum eigenen Unternehmen stehen.

Foto: © Radachynskyi Serhii / Shutterstock.com


Schlagworte:
Zukunftsfähigkeit,Perspektiven,Optimierungspotenziale

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