Aus alt mach' neu!
19.07.2018 Ausgabe: 5/18

In der Tiefgarage ist eine Betoninstandsetzung fällig. Das kommt vor. Wenn dafür jedoch erst eine Duplexanlage demontiert ­werden muss, wird die Aufgabe komplex. Ein Projektbericht.

Die Liegenschaft in der Göppinger Decker-Hauff-Straße verfügt über eine Tiefgarage mit sogenannten Parksystemen oder Duplexparkern. Nun stand die Betoninstandsetzung der Garage an, und damit waren fünf Doppel- und zwei Einzelparkanlagen mit insgesamt 24 Stellplätzen im Weg. Die erforderliche Komplettdemontage durch die Servicegesellschaft des Herstellers bot allerdings auch Gelegenheit, das System auf Herz und Nieren zu prüfen, erforderliche Instandsetzungsarbeiten gleich mit durchzuführen.

Enge Kooperation der Gewerke

Die KellerBau GmbH Verwaltungen, Süssen, beauftragte in Vertretung der Eigentümergemeinschaft das ebenfalls dort ansässige Planungsbüro IGF Ingenieur-Gesellschaft für Bauwerksinstandsetzung Gieler-Breßmer & Fahrenkamp GmbH. Letzteres nahm im Vorfeld der durchzuführenden Arbeiten den Kontakt zur PGS Parking- und Garagen-Service GmbH, Tochtergesellschaft der WÖHR Autoparksysteme GmbH, auf, die das Parksystem errichtet hatte. Im Rahmen des so vereinbarten Vor-Ort-Termins überprüften und ermittelten Techniker den Ist-Zustand der Anlage, um auf Basis dieser Begutachtung einen Bericht über erforderliche Instandsetzungen zu erstellen und verschiedene Ausführungsvarianten anzubieten.

In der Vergangenheit waren bereits mehrfach Fahrbleche an einzelnen Stellplätzen erneuert worden, sodass für diese Anlagen nun nur noch der zur Garageninstandsetzung erforderliche komplette Aus- und Wiedereinbau zu kalkulieren war. Für die Anlagen, an denen bisher noch keine Instandsetzung erfolgt war, bot es sich an, auch ein Angebot für die Montage von Neuanlagen des Herstellers zu unterbreiten. Gemeinsam mit dem Planungsbüro wurde die Wirtschaftlichkeit aller Varianten überprüft. Letztlich entschied sich die Eigentümergemeinschaft dafür, die vorhandenen Parksysteme zu demontieren, zwischenzulagern und nach erfolgter Garageninstandsetzung wieder einzubauen – die bisher noch nicht sanierten Anlagen allerdings auch gleich mit neuen Fahrblechen, um hier die Kosten für eine erneute Montage zu sparen.

Bei dieser Gelegenheit sollten auch weitere Anlagenteile, die im montierten Zustand nur schwer zugänglich sind, überprüft und ggf. repariert werden – nach einer weiteren Wirtschaftlichkeitsprüfung und unter Vorbehalt eines den Kundenwünschen entsprechenden Nachtragsangebots.

Demontage und Einlagerung

Mit der Auftragserteilung durch die Eigentümer fiel der Startschuss für die Erstellung eines groben Projektplans in Kooperation der beteiligten Gewerke, der Demontage, Betoninstandsetzung und Wiedereinbau der Parksysteme umfasste. Mehrere Montageteams mit insgesamt neun Mann demontierten in der Folge das gesamte Parksystem innerhalb von vier Tagen. Unter Berücksichtigung der Eigentumsverhältnisse (Sonder-/Gemeinschaftseigentum) wurden die Anlagenteile nummeriert, sortiert und fachgerecht auf Paletten gelagert, um Beschädigungen zu vermeiden und die spätere Zuordnung problemlos zu ermöglichen, – schließlich zur Einlagerung und weiteren Inspektion transportiert.

Während nun die Arbeiten zur Betoninstandsetzung beginnen konnten, wurden weitere Reparaturmaßnahmen am Parksystem mit dem Auftraggeber abgestimmt und für den Wiedereinbau erforderliche Materialien bestellt.

Als Herausforderung erweist sich regelmäßig die Feinplanung des Wiedereinbaus, der ja vom Ausmaß und dem Fortschritt der Betoninstandsetzung abhängt. In engem Kontakt mit dem Planungsbüro ließen sich die personellen Kapazitäten bereitstellen, um direkt nach der mängelfreien Abnahme der Grubeninstandsetzung mit der Montage der Anlage beginnen zu können. Die mit einzelnen Ersatzteilen und neuen Befestigungselementen fertiggestellten Anlagen wurden nach eingehender Funktionsprüfung abschließend von der Hausverwaltung als Vertretung der Eigentümergemeinschaft, der Fachbauleitung des Planungsbüros und bei PGS zuständigen Projektbetreuer abgenommen.

Verlängerte Gewährleistung

Die Weiterführung des schon bestehenden Inspektionsvertrags mit optionaler Trockenreinigung der Plattformoberseite und Grube sichert auch zukünftig den langfristigen Erhalt dieser Parksysteme sowie der Substanz des Baukörpers. Zusätzlich wurde die Gewährleistung für neu eingebaute Teile über die gesetzliche hinaus auf drei Jahre verlängert – unter Beibehaltung des Inspektionsvertrags sogar auf fünf Jahre für neu eingebaute Blechteile und zwölf Jahre auf Durchrosten.



Schlagworte:
Multiparker,Parksystem,Betoninstandsetzung

zurück zur Übersicht