Drei Jahrzehnte DDIV
30.08.2018 Ausgabe: 6/18

Seit 30 Jahren prägt der Dachverband die ­Branche der Immobilienverwalter – kompetent, glaubwürdig und engagiert.

1988: Gründung des Dachverbandes
1992: Edgar Oswald wird erster Geschäftsführer des DDH & Berufsordnung des DDH beschlossen
1993: 1. Deutscher Verwaltertag in München
1995: 1. Ausgabe der Zeitschrift „Der Immobilienverwalter“
1997: 1. Wahl des „Immobilienverwalters des Jahres“ & Umbenennung in Dachverband Deutscher ­Immobilienverwalter (DDIV)
1999: Beitritt zum europäischen Immobilien­verwalterverband Ceab
2000: Gründung der DDIVservice GmbH & Umzug von München nach Berlin
2001: Einführung des einheitlichen Logos für DDIV und Landesverbände
2002: Bildung von Arbeitsgruppen zu den ­Themen Berufsbild, Verwaltertag, Beschaffung, Europa, ­Öffentlichkeitsarbeit und verbandsinterne Strukturen
2006: Reform der Verbandssatzung und Einführung des Verbandsrats
2011: Einführung strenger Mindeststandards für Neumitglieder
2013: 1. Ausgabe des neuen Verbandsorgans DDIVaktuell & Veröffentlichung des 1. DDIV-Branchenbarometers
2014: Ständige Mitgliedschaft im Vorstand der BID Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland
2015: 1. Auslobung immobilienwirtschaft­licher Stipendien mit dem EBZ
2016: Gründung des DDIV-Frauennetzwerks
2017: Start des Zertifikatslehrgangs „KlimaVerwalter“, 25. Deutscher Verwaltertag in Berlin & Gründung der Erfa-Gruppen
2018:
Mitgliedschaft in der Initiative Wohnungswirtschaft Osteuropa (IWO)


Am 6. Juli 1988 wurde der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter gegründet. 30 Jahre später ist er fester Bestandteil der Verbändelandschaft und wichtigster Gesprächspartner der Politik, wenn es um Themen der Immobilienverwaltung geht. Mit seinen hohen Ansprüchen an Sachkunde, Dienstleistungsqualität und Verbraucherschutz übersteigt er das Niveau des Gesetzgebers deutlich. So etabliert es sich zunehmend als Qualitätsmerkmal, Mitgliedsunternehmen in den Landesverbänden des DDIV zu sein – ein Faktor, auf den Eigentümer und Mieter in Zukunft immer mehr vertrauen werden. Ein Blick zurück auf die Erfolgsgeschichte des Spitzenverbands der Immobilien­verwalter:

Gründungsgeschichte – der Geist von Fischen

Der Gründung des Dachverbands gehen zweieinhalb Jahre der Vorbereitung vorweg. Vertreter der Verwalterverbände in München, Düsseldorf und Stuttgart treffen sich am 13. Dezember 1985 in Fischen zu einer ersten Sitzung. Hier formulieren sie die Ziele und Aufgabenzuweisungen der Regionalverbände und des Dachverbands – die im Wesentlichen bis heute Gültigkeit haben. Die Ziele der bundesweiten Organisation: die Schlagkraft der Regionalverbände erhöhen, mehr Professionalität in der Branche etablieren und ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb schaffen.

Nach insgesamt 14 Tagungen findet schließlich am 6. Juli 1988 der Gründungsakt statt, in der Kanzlei von Rechtsanwalt Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Bub. Zwischen einer Reihe von unabweisbaren Telefongesprächen, dem Diktieren einiger Briefe und der Bearbeitung mehrerer Unterschriftenmappen führt der Versammlungsleiter Bub die Gründungsmitglieder durch das Protokoll. Der Dachverband Deutscher Hausverwalter (DDH) ist aus der Taufe gehoben und schlägt seine Zelte zunächst in München auf.

Gründungsmitglieder sind der Verband der Hausverwalter, München, der Verband der Verwalter für Wohnungseigentum Stuttgart und der Hausverwalterverband Rhein/Main. Wolf-Rüdiger Bub (München) als Präsident sowie die Stellvertreter Hans-Jürgen Wapler (Stuttgart) und Edgar Oswald (München) bilden das erste Präsidium des Dachverbands.

Von München nach Berlin

Bereits in seinen ersten Jahren gewinnt der DDIV an Bedeutung, wächst und muss immer mehr Aufgaben bewältigen. Deshalb beschließt die vierte Delegiertenversammlung, dass der Dachverband einen Geschäftsführer bestellt. Zum 1. November 1992 übernimmt der leider 2012 verstorbene Edgar Oswald die Position. Im ­selben Jahr veröffentlicht der Verband die erste Berufsordnung für den noch jungen Beruf des Verwalters. 1996 gibt der Dachverband die ersten von Prof. Dr. Bub ­verfassten ­Musterverträge für die Miet- und WEG-Verwaltung he­raus, mit denen Verwalter Haftungsrisiken vorbeugen können und die Leistungen für den Kunden transparent werden. Regelmäßige Anpassungen folgen bis heute, um die aktuelle Rechtsprechung zu berücksichtigen.

Das folgende Jahr zählt zu den prägenden des Verbands, der inzwischen von zehn Mitgliedsverbänden getragen wird: Bayern, Südwest, Rhein/Main, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein/Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin-Brandenburg, Thüringen und Rheinland-Pfalz/Saarland. Aus dem Dachverband Deutscher Hausverwalter wird der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV). Zudem lobt der Verband zum ersten Mal den Wettbewerb zum Immobilienverwalter des Jahres aus, um hierüber die Qualität der Immobilienverwaltung nachhaltig zu verbessern und der Branche Impulse für eine erfolgreiche Zukunft zu geben. Der Gewinner der ersten Goldmedaille: die Firma Klauß & Partner aus Sindelfingen.

Nach dem Namenswechsel verändert der Verband auch seinen Sitz: Im Jahr 2000 zieht er in die Bundeshauptstadt. Ein wichtiger Schritt, um die Interessen der Verwalterbranche auch auf politischer Ebene noch besser vertreten zu können. Im folgenden Jahr wird das einheitliche Logo beschlossen, um einen bundesweit geschlossenen Außenauftritt des Dachverbands und seiner Landesverbände zu ermöglichen.

Mit dem Jahr 2000 erfolgt auch ein Wechsel in der Präsidentschaft. Nach 12 Jahren Aufbauarbeit geht Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Bub von Bord und übergibt das Steuer an Rechtsanwalt Joachim Schmidt. Seit 2006 führt Wolfgang D. Heckeler, der zugleich Vorsitzender des baden-württembergischen Verbandes ist, den DDIV als Präsident. Unter seiner Präsidentschaft richtet sich der Verband sukzessive neu aus und schärft weiter sein Profil. Insbesondere das Festhalten daran, eine Interessenvertretung für nur eine Berufsgruppe zu sein, bildet heute den Grundstein für die erfolgreiche Entwicklung des Verbandes.

Deutscher Verwaltertag: Der größte Branchentreff entsteht.

1993 lädt der Dachverband Immobilienverwaltungen aus ganz Deutschland nach München, zum 1. Deutschen Verwaltertag. 160 Verwalter nehmen teil und auch die Politik ist bereits bei der Auftaktveranstaltung prominent vertreten. Nach dem gelungenen Auftakt findet der Verwaltertag jährlich statt und entwickelt sich zum größten und wichtigsten Branchentreff des Jahres. 2017 feiert die Veranstaltung ihr silbernes Jubiläum: Zum 25. Deutschen Verwaltertag begrüßte der DDIV rund 600 Fach- und Führungskräfte aus der Immobilienbranche zum Fachaustausch und zur persönlichen Weiterbildung – und zum Netzwerken auf der größten Fachmesse der Branche.
Beim Deutschen Verwaltertag widmet sich der Dachverband stets den aktuellen Themen, die die Branche bewegen, aber auch den Herausforderungen, die auf Immobilienverwaltungen warten, um sich zukunftssicher aufzustellen. 1993 referierte Bundesbauministerin Irmgard Schwätzer zum Thema Brennpunkt Wohnungsmarkt, Präsident Bub sprach über den Verwalter als Immobilienmanager, Arbeitsgruppen beschäftigten sich damals schon mit der leistungsgerechten Verwaltervergütung und den Möglichkeiten weiterer Geschäftsfelder des Verwalters. 25 Jahre später ist zwar die Kleidung der Teilnehmer und Referenten moderner geworden, die Themen aber haben nichts an Relevanz verloren. Auch die rege Beteiligung der Politik zieht sich wie ein roter Faden durch die Reihe der Verwaltertage: Staatssekretäre, Bundes- und Fraktionsvorsitzende stehen an den Rednerpulten vor einer wachsenden Zuschauerschar.

Etabliert auf politischer Ebene

Im Jahr 2010 rückt der DDIV mit dem Geschäftsführer Martin Kaßler die wirtschaftliche Entwicklung und politische Einflussnahme vermehrt in den Fokus, auch die Öffentlichkeitsarbeit wird intensiviert. Fortan tritt der DDIV mit Ministerien und Mandatsträgern in einen ständigen Dialog. Die Politik betrachtet den Dachverband zunehmend als ernstzunehmenden und wichtigen Partner in der Wohnungswirtschaft, er etabliert sich endgültig als Spitzenverband der Verwalter in Deutschland und fungiert als Speerspitze gegenüber der ­Politik. ­Zahlreiche Erfolge kann der Verband in den folgenden Jahren für die Verwalterbranche erzielen einschließlich des Meilensteins, dem Gesetz zur Einführung von Berufszulassungsvoraussetzungen für gewerbliche Wohnimmobilienverwalter und Makler, das im Juni 2017 nach zähem Ringen endlich verabschiedet wurde. Doch schon stehen neue Herausforderungen an: WEG-Reform, Zensus-Gesetz und vieles mehr.

Mitgliederzuwachs

Seit seiner Gründung vertritt der Dachverband allein die Interessen der Immobilienverwaltungen. Das weiß die Branche zu schätzen, wie sich nicht zuletzt an den steigenden Mitgliederzahlen ablesen lässt. Der DDIV repräsentiert heute über seine Landesverbände über 2 600 Verwaltungen; allein in den vergangenen sieben Jahren ist die Mitgliederzahl um 80 Prozent gestiegen.

Mitgliedsunternehmen in den Landesverbänden des DDIV zu sein, etabliert sich zunehmend als Qualitätsmerkmal, auf das Eigentümer und Mieter in Zukunft immer mehr vertrauen werden. Für das kommende Jahr hat der Dachverband die 3 000-Mitglieder-Marke fest im Blick.

Neue Formate und Serviceangebote

Weiterbildung und Qualifizierung der Immobilienverwalterbranche zählen zum Markenkern des DDIV und seiner Landesverbände. Mit der Gründung der DDIVservice GmbH im Jahr 2000 baut der ­Verband sein Weiterbildungsangebot erheblich aus. Den Schwerpunkt bildet ein breites Angebot an Fachseminaren zu rechtlichen, technischen, kaufmännischen und verwalterpraktischen Themen.

Zusätzlich zu den Tages- und Halbtagesseminaren eta­bliert der DDIV neue Veranstaltungsformate: 2012 lädt er zur 1. DDIV-Wintertagung nach Österreich und bringt erstklassige Weiterbildung vor eine traumhafte alpine Kulisse. Als Pendant zur Wintertagung im Schnee ruft er 2017 die DDIV-Sommerakademie ins Leben, die Sommer, Sonne und Weiterbildung mit Me(e)hrwert auf der Baleareninsel Mallorca bietet. Zum entspannten Netzwerken auf dem Grün bringt der DDIV seit 2016 Immobilienverwaltungen und Dienstleister beim jährlichen DDIV-Golf-Cup zusammen.

Die Zukunft der Immobilienverwaltung zählt zu den wichtigen Themen des DDIV. Sie steht seit 2016 im Zentrum der jährlichen Veranstaltungsreihe Forum Zukunft und ist auch das Herzstück der 2017 gegründeten Erfahrungsaustauschgruppen (Erfa-Gruppen). Hier tauschen sich Immobilienverwaltungen über betriebswirtschaftliche, verwalterbezogene und personalspezifische Themen aus und sichern mit innovativen Ansätzen und erprobten Erfolgsmodellen langfristig ihren beruflichen Erfolg. Im selben Jahr startet auch der Pilotlehrgang „Geprüfter KlimaVerwalter“, den der DDIV gemeinsam mit dem Europäischen Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (EBZ) initiiert. Er vermittelt Immobilienverwaltern praxisrelevante Kenntnisse zu energetischen Sanierungsmaßnahmen, um die Energiewende ­vermehrt in den Gebäudebestand zu tragen.

10 Politische Erfolge des DDIV
  • Verabschiedung des Gesetzes zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienverwalter und Makler
  • Praxisorientierte Anpassungen bei der Neufassung der Makler- und Bauträgerverordnung
  • Verankerung der Reform des Wohnungseigentumsgesetzes und seine Harmonisierung mit dem Mietrecht im Koalitionsvertrag 2018
  • Höhere und erweiterte Zuschüsse für die Vor-Ort-Energieberatung in WEG über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
  • De-minimis-Erklärung durch den bevollmächtigten Verwalter stellvertretend für alle vermietenden Eigentümer einer WEG
  • Keine FATCA-Informationspflicht für WEG-Konten
  • Ausweitung von Mieterstrommodellen auf WEG
  • Ausnahme von WEG-Beschlüssen bei Schlichtungsverfahren
  • Verankerung der Förderung privater Ladeinfrastruktur für E-Mobile im Koalitionsvertrag 2018
  • Abwehr der Aufnahme von Immobilienverwaltungen in das Verbraucherstreitbeilegungsgesetz

Der DDIV in Zahlen
  • 9,3 Mrd. Euro ­jährliche ­Investitionskosten der ­Wohnungseigentümer
  • 2 Mio. Mieteinheiten
  • 2 600 Mitglieds­unternehmen
  • 590 Mrd. Euro ­Gesamtwert der ­verwalteten ­Einheiten
  • 470 Mio. qm ­bewirtschaftete Wohn- und ­Nutzfläche
  • 5,9 Mio. verwaltete Einheiten
  • 3,9 Mio. WEG-Einheiten

Die Präsidenten des ­Dachverbandes

1988 – 2000: Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Bub
2000 – 2006: Joachim Schmidt
2006 – heute: Wolfgang D. Heckeler


Ihre Vertreter bzw. ­Vizepräsidenten
1988 – 1992: Hans-Jürgen Wapler und Edgar Oswald
1992 – 1995: Hans-Jürgen Wapler
1995 – 2000: Joachim Schmidt und Hans-Jürgen Wapler
2000 – 2006: Hans-Jürgen Wapler
2006 – heute: Steffen Haase

Das aktuelle Präsidium und die ­Geschäftsführung

seit 2006 Wolfgang D. Heckeler (Bietigheim-Bissingen)
seit 2003 Steffen Haase (Augsburg)
seit 2006 Werner Merkel (Bad Homburg)
seit 2006 Ralf Michels (Hamburg)
seit 2010 Martin Kaßler (Berlin)


Foto: © Mustapha GUNNOUNI / Shutterstock.com


Schlagworte:
Berufsbild,Verwalterbranche,Ziele

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