Engmaschig vernetzt
20.04.2018 Ausgabe: DDIV DIGITAL 2018

PropTech: Ein neues Wort begleitet den Wandel der Wohnungswirtschaft. Welcher Grundgedanke verbirgt sich dahinter?

Die Wohnungswirtschaft ist ein komplexer Wirtschaftszweig, in dem vielfältige Akteure zusammenkommen. Grundsätzlich geht es hier um drei relevante Gruppen: Wohnungsnutzer befinden sich im Zentrum aller Tätigkeiten und machen Gebrauch von den angebotenen Leistungen. In direktem Kontakt mit ihnen stehen die Wohnungsunternehmen, um die herum sich die dritte Gruppe versammelt: die Dienstleister.

Vielfältige Interessen

Die Landschaft der Wohnungsunternehmen gestaltet sich sehr heterogen. Das Spektrum kommunaler, privater und genossenschaftlicher Strukturen reicht von kleinen, selbstverwalteten Eigentümergemeinschaften bis hin zu großen, börsennotierten Unternehmen – mit einer ebenso großen Bandbreite vielfältiger Interessen. Als Mittler stehen Hausverwaltungen in permanentem Kontakt einerseits mit Hausbewohnern, andererseits mit Dienstleistungsunternehmen. Die wiederum arbeiten in fast allen Aufgabenbereichen eng mit den Wohnungsunternehmen zusammen: als Messdienstleister, Abfallentsorger, Software-Anbieter, Bauunternehmer, etc.



Gemeinsames ­Agieren

Entlang aller wohnungswirtschaftlichen Prozesse entwickelt sich so ein enges Zusammenspiel, das zum einen die Leistungsstärke der Wohnungswirtschaft erst ausmacht, zum anderen den teils hochspezialisierten Dienstleistern eine wirtschaftliche Grundlage bietet. Letztlich erbringen Wohnungsunternehmen ihre Leistungen für ihre Kunden, Wohnungsnutzer, Mieter wie Eigentümer. Auch sie zählen ihrerseits zu den Kunden zahlreicher Dienstleister, z. B: von Logistikkonzernen, Essenlieferanten, Versandhändlern, Pflegediensten usw.
Alle Akteure dieses Ökosystems, in dessen Zentrum der Wohnungsnutzer als Kunde steht, befinden sich in stetigem Austausch, wobei kurze oder direkte Kommunikationswege und -kanäle dazu beitragen, Prozesse verlässlicher, komfortabler und schneller zu gestalten.

Auf kurzen Wegen zusammenfinden

An dieser Stelle kommt Property Technology, kurz: PropTech, ins Spiel. Innovative Ansätze meist junger Unternehmen verändern derzeit die Wohnungswirtschaft und erweitern ihre Möglichkeiten. Immer stärker in den Vordergrund tritt dabei die Vernetzung der verschiedenen Akteure und aller relevanten Prozesse über digitale Kommunikationsplattformen und Schnittstellen. Im Ergebnis wird neueste Informations- und Kommunikationstechnologie viele Abläufe, Prozesse und ganze Geschäftsideen optimieren – nicht ausschließlich in Bezug auf die Geschäftsbeziehungen von Unternehmen untereinander, sondern insbesondere auch die zu Privatpersonen, den Kunden und Verbrauchern.

Netzwerk der digitalen Gründerszene

Mit der German PropTech Initiative (GPTI) wurde im Juni 2016 ein unabhängiger und nicht profit­orientierter Verein von Gründern für Gründer in der Immobilienbranche gestartet. Zu den Initiatoren zählen blackprintpartners, Allthings, building radar, Immomio, Leverton und Zinsland. Mittlerweile gehören 55 Mitglieder der Initiative an, die nicht nur digitale Start-ups untereinander vernetzt, sondern auch eine Plattform bietet für den Dialog mit den Unternehmen der Immobilienwirtschaft – um die PropTech-Szene im deutschsprachigen Raum bekannter machen, aber auch um Anwendern einen Überblick zu bieten über Angebote und Lösungen.
www.gpti.de

Illustration: © Djem / Shutterstock.com


Schlagworte:
PropTech,Kommunikation,Vernetzung

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