Falscher Alarm?
12.10.2018 Ausgabe: 7/18

Rauchwarnmelder können Leben retten. Was aber, wenn ein ­Fehlalarm die Feuerwehr auf den Plan ruft?

Jeden Monat sterben in Deutschland immer noch rund 30 Menschen durch Brände, die meisten von ihnen an einer Rauchvergiftung. Tödlich ist also in der Regel nicht das Feuer, sondern der dadurch verursachte Rauch. Schon eine Lungenfüllung kann irreversible gesundheitliche Schäden zur Folge haben. Rauchwarnmelder an sich und die gesetzliche Vorgabe, Wohnräume damit auszustatten, wird daher niemand ernsthaft infrage stellen.

Nun kann es aber tatsächlich zu Fehlalarmen kommen. Die Ursachen sind vielfältig: Das Warnsignal für den notwendigen Batteriewechsel klingt ähnlich, ein technischer Mangel am Gerät, Küchen- und Badezimmerdämpfe, staubende Renovierungsarbeiten, selbst in den Melder eindringende Insekten können Alarm auslösen. Ruft dann ein umsichtiger Nachbar die Feuerwehr, tun sich Fragen auf.

Wer zahlt den Einsatz der ­Feuerwehr?

Die Feuerwehr arbeitet meistens auf Gemeindekosten, doch es gibt – abhängig von der jeweiligen Gemeindesatzung – auch Ausnahmen. In diesen Fällen werden bei Fehlalarm Gebühren für den Einsatz fällig. Wird dann noch die Wohnungstür aufgebrochen, entstehen zudem Reparaturkosten. Mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern – hier wurde die Verantwortung für Einbau und Wartung der Rauchwarnmelder sowie die Haftung dafür dem Mieter auferlegt – ist der Eigentümer/Vermieter der betroffenen Wohnung zunächst für alle Kosten zuständig, die durch einen Fehlalarm entstehen. Sollte ein Dienstleister mit Einbau und Wartung beauftragt sein, ist dieser haftbar zu machen, wenn der Fehlalarm auf den schlechten technischen Zustand des Melders zurückzuführen ist.

Kann man sich absichern?

Für Wohnungseigentümergemeinschaften stellt sich vermehrt die Frage, ob und wie man sich gegen durch Fehlalarme verursachte Kosten versichern kann. Die Wohngebäudepolicen bieten hierfür üblicherweise keine Deckung. Allerdings haben sich einige ausgewählte Versicherer mittlerweile auf die gesetzlich geregelte Rauchwarnmelderpflicht eingestellt und bieten – zumindest in bestimmten Rahmenverträgen – Deckung für Schäden durch Fehlalarme an. So beispielsweise die Helvetia Versicherung im INCON-Rahmenvertrag: Sie übernimmt die Kosten für Schäden an von der Polizei oder Feuerwehr geöffneten Wohnungstüren – bis zu einer Höhe von 10.000 Euro je Schadenfall. Andere – hier sind beispielhaft die Nürnberger, die Axa sowie die Allianz zu nennen – übernehmen bis 2.500 Euro je Schadenfall.

Praxistipp

Eine verlässliche Aussage, ob solche Schäden gedeckt sind, lässt sich nur treffen, wenn die bestehenden Feuerversicherungsverträge aller betreuten Liegenschaften daraufhin geprüft worden sind. Für Verwalter empfiehlt es sich, dies nicht selbst zu tun. Besser ist es, den zuständigen Versicherungsmakler oder Ausschließlichkeitsvermittler zu beauftragen und eine schriftliche Stellungnahme einzufordern.

Sollte die Versicherungsgesellschaft, bei der die Objekte aktuell versichert sind, auch auf Anfrage keine Deckung solcher Schäden gewähren, können Gegenangebote eingeholt werden. Auf dieser Basis kann die Eigentümergemeinschaft unter Abwägung von Prämie und Leistung eine Entscheidung treffen.

Foto: © Mile Atanasov / Shutterstock.com


Schlagworte:
Fehlalarm,Folgekosten,Versicherung

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