Ganz schön smart!
19.07.2018 Ausgabe: 5/18

Digitale Erfassungsgeräte für Wasser- und Energieverbräuche werden immer intelligenter. Smart Metering macht große Fortschritte.

Die Transformation hin zu digitalen Prozessen schreitet in allen Branchen voran und macht auch vor der Verbrauchs­erfassung mittels Wärmezähler, Wasserzähler, Heizkostenverteiler & Co. nicht Halt. Für das Energiemanagement und die Heizkostenabrechnung eröffnen digitale Innovationen neue Möglichkeiten: Automatisierte Erfassungssysteme reduzieren Kosten und Aufwand. Sie lassen sich einfach aus der Ferne überwachen und auslesen. Aber die Entwicklung geht bereits weiter.

Verbrauchszähler noch intelligenter zu machen, ist das Ziel des Anbieters von Messgeräten und -systemen für die verbrauchsabhängige Erfassung von Wasser und Wärme, Qundis. Das Unternehmen setzt dabei auf die zukünftige Vernetzung der Messgeräte und anderer Gebäudetechnik mit Hilfe von offenen Industriestandards und hat mit diesem Ansatz in den vergangenen Jahren sein Automated Meter Reading-Funksystem (AMR-Funksystem) mit verschiedenen Produkten ausgebaut. Gepaart mit der cloudbasierten Smart Metering Plattform (Q SMP), die in Kooperation mit dem IT-Experten IBM eigens entwickelt wurde, können Verbrauchszähler nun mehr als nur zählen.

Intelligente Zähler für Wasser- und Wärmeverbrauch

Die intelligenten Zähler, sind Teil eines AMR-Funksystems. Es besteht aus den verbauten Wasser- und Wärmezählern, Netzwerkknoten und Gateway. Auch Funk-Rauchwarnmelder können in das System eingebunden und ferninspiziert werden. Zusätzlich kommt die cloudbasierte Smart Metering Plattform für das Monitoring der Messgeräte zum Einsatz. Sie stellt vollautomatisch alle gewünschten Zählerdaten in verschiedenen Dateiformaten und zu ausgewählten Zeitpunkten bereit − über die Plattform per E-Mail oder SFTP. Typische Nutzer sind Messdienstleister und Unternehmen der Wohnungswirtschaft, für die die Ablesung von Wärme- und Wasserverbräuchen damit ortsunabhängig möglich wird − an 365 Tagen im Jahr und ohne das Ausrücken zum Gebäude.
Nachdem die Messgeräte die Verbrauchsdaten erfasst haben, werden die Werte an Netzwerkknoten weitergeleitet und innerhalb des Netzwerks versandt. Die Zählerfernauslesung, also die Datenübermittlung an den Nutzer, übernimmt das Gateway, auf dem zuvor alle Daten gebündelt werden. Ein solches AMR-Funksystem ist wegen der batteriebetriebenen Gateways und Netzwerkknoten in kürzester Zeit installiert und jederzeit um beliebig viele Geräte erweiterbar. Eine nennenswerte Zahl an Großkunden nutzen es schon heute für die Verbrauchserfassung und -abrechnung in Gebäudekomplexen jeder ­Größenordnung.

Deutlich vereinfachte Erfassung und Abrechnung

Die Erfassung von Wasser- und Wärmeverbräuchen sowie die Abrechnung ist mit dem AMR-Funksystem individuell planbar. Die Werte aller Messgeräte werden je nach Wunsch, z. B. zweimal monatlich per E-Mail an den Nutzer gesendet oder via SFTP zur Verfügung gestellt. Ohne die Ablesung vor Ort sparen sich Messdienstleister und Wohnungsunternehmen nicht nur den Aufwand für die jährliche Haupt­ablesung, die automatisierte Datenübertragung gestaltet auch die bei Mieterwechseln erforderlichen Zwischenablesungen sehr viel flexibler.

Erfasste Verbräuche stehen in der cloudbasierten Smart Metering Plattform sofort zur individuellen Nutzung bereit, z. B für die Heiz- und Betriebskostenabrechnung oder zu Analysezwecken. Auch weiterführende Anwendungen wie etwa Mieterportale und Apps lassen sich per Schnittstelle anbinden. Alle Datenströme der Smart Metering Plattform sind verschlüsselt und entsprechen der neuesten Datenschutzgrundverordnung, was den Anwendern die volle Kontrolle über ihre Daten sichert.

Intelligente Technik, die allen hilft

Aus der automatisierten Verbrauchserfassung ergeben sich viele Vorteile: Hausverwaltungen profitieren vom Smart Metering, weil das ständige Monitoring auch Gerätestörungen umgehend anzeigt, die so schnellstmöglich behoben werden können. Abrechnungen werden präziser und liegen schneller vor, nicht zuletzt weil auch Verbrauchsschätzungen damit entfallen: Die zurückliegenden Messergebnisse liegen ja bereits vor, und Terminvereinbarungen mit Wohnungsnutzern für die Ablesung sind sind damit nicht mehr vonnöten.

Viel versprechende Perspektiven

Zukünftig bieten Smart Metering Systeme weitere interessante Möglichkeiten: Dienstleister und die Wohnungswirtschaft arbeiten bereits an der Entwicklung von ganzheitlichen und standardisierten Apps, mit denen auch Wohnungsnutzer jederzeit Einblick in ihre Verbrauchsdaten erhalten – mit dem Ziel, Konsumenten besser und zeitnah über ihren Energieverbrauch zu informieren. Ganz im Sinne der Energieeffizienz-Richtlinie der Europäischen Union, die eine transparentere Erfassung und Abrechnung von Energieverbräuchen fordert, um zum sparsamen Umgang zu motivieren. Untersuchungen der Deutschen Energie-Agentur zufolge sparen Mieter, die regelmäßig über ihre Verbräche informiert werden, bis zu 30 Prozent ihrer Heiz- und Energiekosten.

Die Anbindung ans AMR-Funksystem wird in Zukunft einfach zu realisieren sein, denn das System ist entsprechend vorbereitet: Fremdgeräte, die den weltweiten OMS-Standard unterstützen, könnten als Komponenten in das System eingebunden werden. Dazu zählen etwa Gas- oder Stromzähler unterschiedlicher Hersteller, sodass sämtliche Verbrauchs- und Gerätedaten über offene Schnittstellen zur Verfügung stünden und beim ­Nutzer gebündelt ankämen. Mit der hier beschriebenen Smart Meter Gateway-Lösung ist dies für Metering und Submetering schon heute ­spartenübergreifend möglich.

Foto: © SVshot / Shutterstock.com


Schlagworte:
Erfassungssysteme,Verbrauchszähler,Datenübermittlung

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