So günstig wie noch nie!
19.07.2018 Ausgabe: 5/18

Ob energetische oder altersgerechte Sanierungen – mit der KfW-Förderung von Einzelmaßnahmen lassen sich individuelle Konzepte erstellen.

Niedrige Zinsen: Was Sparer beklagen, erfreut Darlehensnehmer umso mehr! Wohnungseigentümer, die sich jetzt für eine energetische Sanierung ihrer Immobilie entscheiden, profitieren mit einem Darlehen der KfW Bankengruppe von historisch niedrigen Zinsen – und sind dank der Zinsbindung von zehn Jahren auf der sicheren Seite: Steigen die Kapitalmarktzinsen wieder, wird ihnen das keine schlaflosen Nächte bereiten. Dass die Konditionen der KfW-Darlehen für die energetische Sanierung von Wohnraum zurzeit unschlagbar günstig sind, bestätigt auch Ralf Preußner, Produktmanager für die Programme Energieeffizient Bauen und Sanieren: In Verbindung mit dem Tilgungszuschuss, den die KfW nach erfolgreichem Abschluss einer energetischen Maßnahme gewährt, ergibt sich sogar ein negativer Programmzins in der ersten Zinsbindungsfrist. Preußner zufolge ist der Tilgungszuschuss höher als die in den ersten zehn Jahren zu zahlenden Zinsen.

Wann sanieren, wenn nicht jetzt?

Mehr als neun Millionen Wohnungen, fast ein Viertel des Gesamtbestandes von 41,4 Millionen, gehören in Deutschland zu Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG). 42 Prozent werden von den Eigentümern selbst bewohnt, 55 Prozent vermietet. Vor allem in Mehrfamilienhäusern mit Eigentumswohnungen, die in den 1970er und 1980er Jahren errichtet wurden, zeigt sich vielfach Instandhaltungs- und Sanierungsbedarf. Gut zu wissen: WEG sind – Stichwort: Teilrechtsfähigkeit – als Gemeinschaft zum Abschluss von (Kredit-) Verträgen berechtigt, um ihren Pflichten zu Instandhaltung und Modernisierung des gemeinschaftlichen ­Eigentums nachkommen zu können. Die KfW fördert die energetische Sanierung von Wohngebäuden, für die der Bauantrag vor dem 1. Februar 2002 gestellt wurde. Obligatorische Voraussetzung für die Förderung ist die Einbindung eines Experten für Energieeffizienz, zu finden unter: www.energie-effizienz-experten.de

Sanierung für mehr Energieeffizienz

Da die KfW auch energetische Einzelmaßnahmen fördert, wahlweise mit einem zinsgünstigen Kredit von bis zu 50.000 Euro je Wohnung (mit zusätzlichem Tilgungszuschuss) oder einem Investitionszuschuss von bis zu 5.000 Euro je Wohnung, können sich Wohnungseigentümer bzw. WEG ein auf ihren Bedarf zugeschnittenes Sanierungspaket schnüren. Gefördert werden beispielsweise ­folgende Einzelmaßnahmen:

  • Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen, ­Keller- und Geschossdecken
  • Erneuerung/Einbau/energetische Ertüchtigung der Fenster und Außentüren von beheizten ­Räumen
  • Erneuerung oder Optimierung der ­Heizungsanlage

Wird bei der Heizungserneuerung ein Wärmeerzeuger auf Basis fossiler Energien (z. B. Gas oder Öl) außer Betrieb genommen, dann bietet sich auch das Heizungspaket mit einem 15-prozentigen Zuschuss oder 12,5-prozentigen Tilgungszuschuss in der Kreditvariante an. Mitgefördert werden auch alle weiteren Einzelmaßnahmen, die durchgeführt werden.

Eine Übersicht über den Umfang aller geförderten Einzelmaßnahmen bietet die „Liste der förderfähigen Maßnahmen” als Anlage zu den Merkblättern „Energieeffizient Sanieren – Kredit” (www.kfw.de/152) und „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss” (www.kfw.de/430). So sind bei der Ertüchtigung von Fenstern und Außentüren beispielsweise auch die Dämmung von Rollladenkästen, Maßnahmen zur Schalldämmung oder zum Einbruchschutz förderfähig. Bei allen Einzelmaßnahmen müssen bestimmte technische Mindestanforderungen erfüllt werden. Zu finden sind sie auf den Produktseiten im Internet in den Anlagen zum Merkblatt unter „Downloads”.

Die Konditionen

Für ein Darlehen von 50.000 Euro gilt ein effektiver Jahreszins von 0,75 Prozent bei zehn Jahren Laufzeit, wahlweise ein oder zwei tilgungsfreien Anlaufjahren und zehn Jahren Zinsbindung. Es sind auch Darlehenslaufzeiten von bis zu 20 oder bis zu 30 Jahren mit bis zu fünf tilgungsfreien Anlaufjahren möglich. Der Tilgungszuschuss für Einzelmaßnahmen beträgt 7,5 Prozent der Darlehenssumme oder bis zu 3.750 Euro für jede Wohnung. Im Rahmen einer energetischen Sanierung ­fördert die KfW mit den Produkten 152 (Kreditvariante) und 430 (Investitionszuschuss) auch

Baunebenkosten:
Dazu zählen verschiedene Ausgaben, die im Rahmen einer Sanierung anfallen können, etwa Architekten-/Ingenieurleistungen.

Wiederherstellungskosten: Sie können z. B. durch das Verputzen nach einer Außenwanddämmung oder durch die Wiederherstellung von ­Außenanlagen entstehen.

Beratungs-, Planungs- und Baubegleitungs­leistungen: Ein Experte für Energieeffizienz sitzt obligatorisch immer mit im Boot, auch bei energetischen Einzelmaßnahmen, die auf den ersten Blick weniger komplex erscheinen mögen. Wer z. B. nur die Fenster austauscht und dabei nicht darauf achtet, dass ihre Wärmedurchlässigkeit zur Gebäudehülle passt, riskiert Schäden durch Feuchtigkeit.

Die Beauftragung eines Energieeffizienzexperten für die energetische Fachplanung und Baubegleitung fördert die KfW mit dem Produkt „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung” (www.kfw.de/431). Sie beteiligt sich an dessen Kosten mit einem Zuschuss von 50 Prozent oder bis zu 4.000 Euro je Vorhaben. Der Zuschuss kann direkt im KfW-Zuschussportal online beantragt werden.
Interessant ist für Wohnungseigentümergemeinschaften auch das KfW-Produkt „Energieeffizient ­Sanieren – ­Ergänzungskredit” (www.kfw.de/167). Mit bis zu 50.000 Euro Kredit je Wohnung werden thermische Solarkollektoranlagen und Wärmepumpen gefördert. Für ein Darlehen von 50.000 Euro gelten folgende Konditionen: 1,36 Prozent effektiver Jahreszins bei zehn ­Jahren Laufzeit, zwei tilgungsfreien Anlaufjahren und zehn Jahren Zinsbindung.

Altersgerechte Umbauten

Die Planung von Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen sollte auch der demografischen Entwicklung Rechnung tragen: Die Wohnungseigentümer werden nicht jünger. Für gehbehinderte Menschen, zumal wenn sie auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, kann eine einzelne Treppenstufe am Hauseingang oder vor dem Aufzug ein nur schwer überwindbares Hindernis darstellen.  Mit dem Produkt „Altersgerecht Umbauen – Kredit” (www.kfw.de/159) fördert die KfW Wohnungseigentümer, die barrierereduzierend oder einbruchsichernd umbauen, und zwar mit bis zu 50.000 Euro Kredit je Wohnung, unabhängig vom Alter des Eigentümers. Gefördert werden folgende Einzelmaßnahmen zur Barrierereduzierung, die auch miteinander kombiniert werden können:
Wege zu Gebäuden und Wohnum­feldmaßnahmen, Eingangsbereich und Wohnungszugang, Überwindung von Treppen und Stufen, Anpassung der Raumaufteilung und ­Schwellenabbau, Maßnahmen an Sanitärräumen.

Zusätzlich werden mit diesem Produkt auch Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz gefördert, für die – an Stelle des Kredits – ein Zuschuss von bis zu 1.600 Euro beantragt werden kann. Der Zuschuss kann von Wohnungseigentümern und Mietern beantragt werden, wobei sich für letztere der Abschluss einer Modernisierungsvereinbarung mit dem Vermieter empfiehlt. Auch WEG sind antragsberechtigt. Für ein 50.000-Euro-Darlehen gilt ein effektiver Jahreszins von 0,75 Prozent bei zehn Jahren Laufzeit, zwei tilgungsfreien Anlaufjahren und fünf Jahren Zinsbindung.

Foto: © nednapa / Shutterstock.com


Schlagworte:
Finanzierung,Sanierung,Umbau

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